Minoxidil

Haare wachsen wieder nach

Minoxidil bei erblich bedingtem Haarausfall

Minoxidil in der Pharmakologie Viele Menschen, die unter Haarausfall leiden, suchen nach einer zuverlässigen Therapie. Im Dschungel von Haarshampoos, Nahrungsergänzungsmitteln oder anderen Produkten, fällt es schwer, den Überblick zu behalten und einzuschätzen, was wirklich und langfristig hilft. Bei erblich bedingtem Haarausfall kann Minoxidil wissenschaftlich bestätigt helfen.

Was ist Minoxidil?

Minoxidil ist ein Arzneistoff, der gegen erblich bedingten Haarausfall wirkt. Dass es eine haarfördernde Wirkung hat, wurde jedoch eher zufällig entdeckt: Ursprünglich wurde Minoxidil oral zur Behandlung von Bluthochdruck eingesetzt. Auffällig bei der Behandlung war allerdings, dass die Einnahme von Minoxidil bei vielen Patienten die Körperbehaarung stärker wachsen ließ. So kamen Wissenschaftlicher und Ärzte auf die Idee, den Wirkstoff äußerlich und lokal einzusetzen, um das Haarwachstum zu fördern – mit Erfolg: 1988 erhielt Minoxidil erstmalig die Zulassung als Haarwuchs förderndes Mittel.

Frau mit Zopf

Wirkweise von Minoxidil bei erblich bedingtem Haarausfall

Bei der Behandlung von genetischem Haarausfall, wird das Minoxidil als Lösung direkt auf die Kopfhaut aufgetragen. Von dort aus breitet es sich aus und gelangt über die anliegenden Haarkanäle zu den Haarfollikeln. Das sind die Stellen, die Haare und Haut ineinander verankern und wo in regelmäßigen Zyklen neue Haare gebildet werden. Genau hier entfaltet das Minoxidil nun seine haarfördernde Wirkung. Es unterstützt die Haarfollikel, indem es die Blutgefäße erweitert und die Blut- und Nährstoffversorgung des Haares unterstützt. Zudem werden Zellen, die Keratin (eines der wichtigsten Hauptbestandteile von Haaren) produzieren, angeregt und die Wachstumsphase der Haare aktiviert. Wird das Minoxidil regelmäßig auf der Kopfhaut angewendet, bringt dessen Wirkung messbare Erfolge mit sich:

  • Die Haarfollikel werden größer
  • Der Durchmesser einzelner Haare nimmt zu
  • Das Haarwachstum wird angeregt
  • Die Wachstumsphase der Haare wird verlängert
  • Gleichzeitig wird die Ruhephase der Haarproduktion verkürzt
Haarerneuerung minoxidil animation

Sichtbar werden Effekte – nach 3 bis 5 Monaten kontinuierlicher Anwendung – in Form von neuem, nachwachsenden Haar, das voller und kräftiger ist, als zuvor.

Sichtbar werden Effekte – nach 3 bis 5 Monaten kontinuierlicher Anwendung – in Form von neuem, nachwachsenden Haar, das voller und kräftiger ist, als zuvor. Das Bemerkenswerte: Minoxidil wirkt nachweislich. Ganz im Gegensatz zu diversen anderen äußerlichen Anwendungen mit Koffein, Aloe Vera, Bergamotte, Niacin-Derivaten sowie oral eingenommenen Omega-3-Fettsäuren und speziellen Vitamin- und Mineralstoffkombinationen, zu deren Effekten es keine aussagekräftigen Studienergebnisse gibt. Die wirksame Therapie mit Minoxidil konnte hingegen in mehreren klinische Studien bewiesen werden. Demnach ist Minoxidil nach aktuellen, wissenschaftlichen Erkenntnissen der effektivste Wirkstoff zur Therapie von erblich bedingtem Haarausfall. Wichtig zu wissen: Minoxidil kann zwar die Ursache von erblich bedingtem Haarausfall nicht beheben, doch die Symptome lindern und dem weiteren Verlust von Haaren entgegengewirken.

Mögliche Nebenwirkungen

Äußerlich und lokal angewendetes Minoxidil ist grundsätzlich gut verträglich. Auch wenn der Körper nur einen Teil der Minoxidil-Menge aufnehmen kann, wird überschüssiges Minoxidil innerhalb von vier Tagen durch normale Stoffwechselprozesse wieder ausgeschieden.

In seltenen Fällen kann es allerdings vorkommen, dass sich diese Nebenwirkungen bemerkbar machen, bei deren Auftreten unbedingt Rücksprache mit einem Arzt gehalten werden sollte:

  • Lokale Hautreizungen
  • Kopfschmerz
  • Veränderungen des Blutdrucks bzw. der Herzfrequenz
  • Vermehrte Behaarung an nicht behandelten Stellen

Zur Behandlung von erblich bedingtem Haarausfall, kann Minoxidil ohne Bedenken dauerhaft angewendet werden – genauer gesagt ist eine langfristige Verwendung notwendig, um den erblich bedingten Haarausfall anhaltend vorbeugen zu können.

Zu Risiken und Nebenwirkungen lesen Sie die Packungsbeilage und fragen Sie Ihren Arzt oder Apotheker.

Behandlungsbeginn und -Dauer

Erblich bedingter Haarausfall macht sich in der Regel schon früh bemerkbar, insbesondere bei Männern: Ca. 15 Prozent von ihnen bemerken bereits als Jugendliche erste Symptome. Mit voranschreitendem Alter nimmt die Erkrankung weiter zu, sodass ab dem 70. Lebensjahr bereits 80 Prozent der Männer betroffen sind. Das Problematische: Je älter man also wird, desto weiter und unaufhaltsam schreitet der genetische Haarausfall voran. Die Anzahl der Haare nimmt weiter ab und die Ausgangslage für eine Reproduktion wird immer schwieriger. Wenn sich auf dem Kopf bereits eine großflächige Glatze gebildet hat, dann ist es in der Regel zu spät und die Haarproduktion kann nicht wieder angeregt werden. Um die besten Ergebnisse erzielen zu können, ist also wichtig, die Diagnose für erblich bedingten Haarausfall möglichst früh zu erhalten und schnellstmöglich mit der Minoxidil-Therapie zu beginnen.


Wirkungsdauer und Shedding-Effekt

Die Behandlung von erblich bedingtem Haarausfall mit Minoxidil ist dauerhaft. Denn die haarfördernde Wirkung des Arzneistoffs hält nur dann an, wenn er permanent auf die Kopfhaut aufgetragen wird wird. Wird die Anwendung unterbrochen, setzt sich der Haarausfall fort. Außerdem muss man geduldig sein, bis man erste Ergebnisse sieht. Die Haare müssen sich erst einmal regenerieren und nachwachsen, deshalb kann es drei bis vier Monate dauern, bis die Erfolge nach außen hin sichtbar werden. Zudem kann zwei bis sechs Wochen nach der ersten Anwendung der sogenannte „Shedding-Effekt“ auftreten. Shedding kommt aus dem Englischen und bedeutet so viel wie „haaren“. Das ist ein ganz normaler Effekt, der keinen Grund zur Sorge darstellt: Die geschwächten Haare gehen aus, um Platz für neues, stärkeres Haar zu schaffen.

Haare

Der Experte zum Shedding-Effekt

Dr. med. Gerhard Lutz, Dermatologe

Dermatologe und Haar-Experte Dr. Lutz, erklärt: „Viele Patienten sind besorgt, wenn ihnen in der ersten Wochen nach Therapiebeginn vermehrt Haare ausfallen. Das ist in der Situation zunächst ein großer Schock und man tendiert dazu, die Behandlung erstmal abzubrechen. Auch wenn es verständlich ist, dass man bei Haarausfall um jedes Haar bangt, das zusätzlich ausfällt, sollte man die Patienten beruhigen und ihnen erklären: Es ist ein gutes Zeichen! Denn es zeigt, dass die Therapie Neuwachstum anregt. Wichtig ist, dass auch die Kollegen, Apotheker und PTAs über diesen Effekt aufklären, damit keine Ängste beim Patienten entstehen und die Therapie nicht unnötigerweise frühzeitig beendet wird.“

Welche Produkte helfen können

Ein wirkungsvolles Mittel gegen erblich bedingten Haarausfall ist Minoxidil BIO-H-TIN, welches rezeptfrei in der Apotheke erhältlich ist und eigenständig äußerlich angewendet werden kann. Empfohlen ist es, zweimal täglich ca. sieben Sprühstöße auf die lichten Stellen aufzutragen und einwirken zu lassen. Für die richtige Dosierung sind zwei unterschiedliche Wirkstoff-Stärken vorhanden: Minoxidil BIO-H-TIN gibt es in einer zweiprozentigen Lösung (20 mg/ml) für Frauen sowie einer fünfprozentigen Lösung (50 mg/ml) für Männer. Das Wichtige ist hierbei: Viel hilft nicht viel. Wenn Frauen zum Beispiel das Männer-Produkt nutzen, ist die Folge davon kein schnelleres Haarwachstum, aber eine empfindlichere Kopfhaut wegen des darin enthaltenen Alkohols. Bei richtiger Anwendung, kann bereits nach ca. sechs Wochen eine positive Veränderung der Haarstruktur einsetzen.

Wann sollte auf die Anwendung von Minoxidil verzichtet werden?

Auch wenn Minoxidil für Frauen und Männer gleichermaßen gut verträglich ist, gibt es einige Umstände, unter denen von der Anwendung des Wirkstoffs besser abgesehen werden sollte:

  • Wenn gleichzeitig andere Arzneimittel auf die Kopfhaut aufgetragen werden
  • Anderen Arten von Haarausfall, als dem genetisch bedingtem
  • Während der Schwangerschaft und Stillzeit