Haargenaues Wissen – Das Haarlexikon

Haarlexikon

Ob Mann oder Frau: Haarausfall ist für die Betroffenen oftmals mit viel Leid verbunden. Auf der Suche nach der passenden Lösung für das Problem, wird man schnell mit unzähligen Fachbegriffen, möglichen Ursachen und Mythen zum Thema Haarverlust konfrontiert, welche einen schnell überfordern können. Unser Haarlexikon Haargenaues Wissen gibt daher Antworten auf alle wichtigen Fragen und klärt die relevanten Begrifflichkeiten rund um das Thema Haarausfall.

Was ist Alopezie?

Alopezie ist ein krankhaft andauernder Haarausfall. Von Alopezie spricht man, wenn einem deutlich mehr als etwa 100 Haare am Tag ausfallen und sich der Haarschopf dadurch stark lichtet. Man kann drei Formen von Alopezie unterscheiden: diffusen Haarausfall (Alopecia diffusa), kreisrunden Haarausfall (Alopecia areata) und erblich bedingten Haarausfall (androgenetische Alopezie). Am meisten verbreitet ist der erblich bedingte Haarausfall. Typisch dafür sind Geheimratsecken bei Männern, die sich immer weiter ausdehnen oder der lichte Scheitel bei Frauen, bei dem die Kopfhaut zu sehen ist.

Wie erkennt man Haarausfall?

Haarausfall erkennt man daran, dass man ungewöhnlich viele Haare verliert. Der Richtwert eines „normalen Haarausfalls“ liegt bei circa 100 Haaren am Tag. Wenn man dies genau untersuchen möchte, kann man einen Haarkalender führen und alle ausgefallenen Haare, ob auf dem Kissen, in der Bürste, an der Kleidung oder im Abfluss zählen. Dies ist jedoch sehr mühsam und auch nicht ganz eindeutig zu definieren. Ein besserer Indikator für möglichen Haarausfall ist daher, die Kopfhaut auf dem Scheitel, die Geheimratsecken, kahle Stellen oder einen dünner werdenden Haarzopf zu beobachten, gepaart mit den Haaren, die man in der Bürste, auf dem Kopfkissen oder auf der Kleidung findet. Oftmals geht auch die eigene Wahrnehmung schon in die richtige Richtung. Wichtig ist es dann, sich fachärztlichen Rat einzuholen.

Welcher Arzt bei Haarausfall?

Bei Haarausfall sollte man sich am besten direkt an einen Hautarzt bzw. eine Hautärtztin wenden. Einige Dermatologen führen sogar eine sogenannte Haarsprechstunde durch. Neben einer gründlichen Untersuchung des Schopfes mittels einer beleuchteten Lupe, dem Dermatoskop, wird je nach Diagnoseverdacht noch Blut abgenommen. Dadurch kann man für das Haarwachstum wichtige Blutwerte wie z. B. den Schilddrüsenwert TSH, Ferritin, Biotin oder auch den Hormonhaushalt bestimmen. So kann schnell erkannt werden, um welche Haarausfall-Form es sich handelt und welche Therapie dann besonders effektiv ist.

Hilft Minoxidil bei Haarausfall?

Minoxidil ist nach aktuellen, wissenschaftlichen Erkenntnissen der effektivste Wirkstoff zur Therapie von erblich bedingtem Haarausfall. Ursprünglich wurde er zur Behandlung von Bluthochdruck eingesetzt. Bei der Einnahme von Minoxidil fiel jedoch auf, dass auch die Körperbehaarung zunahm. 1988 erhielt Minoxidil dann erstmalig die Zulassung als Haarwuchs förderndes Mittel. Der Wirkstoff unterstützt die Haarfollikel, indem er die Blutgefäße erweitert und die Blut- und Nährstoffversorgung des Haares unterstützt. Zudem werden Zellen, die Keratin produzieren, angeregt und die Wachstumsphase der Haare wird aktiviert.

Wie lange dauert es, bis Minoxidil wirkt?

Die Wirkung von Minoxidil zeigt sich in der Regel nach etwa drei bis fünf Monaten kontinuierlicher Anwendung in Form von neuem, nachwachsenden Haar, das voller und kräftiger ist als zuvor. Minoxidil wirkt allerdings nur, solange es dauerhaft auf die Kopfhaut aufgetragen wird. Sobald die Anwendung des Arzneistoffs unterbrochen wird, setzt sich der Haarausfall fort.

Hat Minoxidil Nebenwirkungen?

Äußerlich und lokal angewendetes Minoxidil ist grundsätzlich gut verträglich. Auch wenn der Körper nur einen Teil der Minoxidil-Menge aufnehmen kann, wird überschüssiges Minoxidil innerhalb von vier Tagen durch normale Stoffwechselprozesse wieder ausgeschieden.
In seltenen Fällen kann es vorkommen, dass sich folgende Nebenwirkungen bei der Anwendung von Minoxidil bemerkbar machen: Lokale Hautreizungen, Kopfschmerz, Veränderungen des Blutdrucks bzw. der Herzfrequenz, vermehrte Behaarung an nicht behandelten Stellen. Bei dem Auftreten von Nebenwirkungen sollte unbedingt Rücksprache mit einem Arzt bzw. einer Ärztin gehalten werden. Zur Behandlung von erblich bedingtem Haarausfall kann Minoxidil ohne Bedenken dauerhaft angewendet werden – genauer gesagt ist eine langfristige Verwendung notwendig, um den erblich bedingten Haarausfall anhaltend vorbeugen zu können.

Zu Risiken und Nebenwirkungen lesen Sie die Packungsbeilage und fragen Sie Ihren Arzt oder Apotheker.

Was ist Vitamin H?

Vitamin H (auch Biotin oder Vitamin B7 genannt) ist ein wasserlösliches Vitamin, das der Körper täglich benötigt. Unser Stoffwechsel kann Vitamin H jedoch nur in geringen Mengen produzieren. Deshalb muss Vitamin H täglich über die Nahrung aufgenommen werden, etwa über Rindfleisch, Haferflocken, Bananen, Haselnüsse oder Eigelb. Vitamin H ist dafür gut, den Aufbau von Keratin zu fördern und die Stoffwechselaktivität zu erhöhen, die für das gesunde Wachstum von Haaren und Nägeln verantwortlich ist. Dadurch wird die Struktur verbessert und die Festigkeit gestärkt. Laut der Deutschen Gesellschaft für Ernährung (DGE) liegt der tägliche Bedarf an Vitamin H bei Erwachsenen bei 30 bis 60 Mikrogramm, ebenso bei Schwangeren und Stillenden.

In welchen Lebensmitteln ist Vitamin H?

Vitamin H bzw. Biotin ist sowohl in tierischen als auch in pflanzlichen Lebensmitteln enthalten. Viel Vitamin H ist z. B. in Rindfleisch, Eigelb, Erdnüssen, Hefe und Haferflocken. Weitere wichtige Biotin-Quellen, die zwar etwas weniger Vitamin H enthalten, aber dafür häufiger verzehrt werden, sind Getreideprodukte, Milch und Milchprodukte, Tomaten und Karotten. Nach derzeitigem Wissenstand kann man nicht zu viel Biotin aufnehmen. Ein Mangel an Vitamin H kann sich hingegen beispielsweise durch brüchige Haare und Nägel oder auch Haarausfall äußern. Eine zusätzliche Ergänzung zur Ernährung können daher Vitamin H Tabletten sein.

Was ist Testosteron?

Testosteron ist ein Sexualhormon, das sowohl bei Männern als auch bei Frauen vorkommt, allerdings unterscheidet es sich bei beiden in Konzentration und Wirkung. Beim Mann wird das Hormon Testosteron in den Hoden gebildet, bei der Frau in den Eierstöcken und in der Nebennierenrinde. Testosteron fördert die Entwicklung der Geschlechtsreife und ist auch an der Regulation des Haarwuchses maßgeblich beteiligt. Wenn der Körper zu wenig Testosteron produziert, wird die Wachstumsphase der Haare verkürzt. Das allein führt jedoch noch nicht zu Haarausfall. Der Grund ist eine genetisch bedingte Sensibilität der Follikel für das Sexualhormon Dihydrotestosteron (DHT), ein Zwischenprodukt aus Testosteron, das in den Haarwurzeln gebildet wird. Die Überempfindlichkeit gegen DHT bremst das Haar in seinem Wachstum. In der Folge wird die Ruhephase vor dem Ausfallen schneller eingeleitet und die Haare wachsen nicht nach.

Wie schnell wachsen Haare?

Haare wachsen azyklisch. Das bedeutet, dass jedes Haar hat seinen eigenen Wachstumszyklus hat. Die Haarwurzel befindet sich über einen Zeitraum von zwei bis sechs Jahren in der Wachstumsphase. Anschließend findet während einer ein- bis zweiwöchigen Übergangsphase in der Haarwurzel ein struktureller Umbau statt. In der folgenden Ruhephase verbleibt das alte Haar noch zwei bis vier Monate in der Haarwurzel. Gleichzeitig bildet sich ein neues Haar. Durch das nachwachsende Haar fällt das alte aus und eine neue Wachstumsphase beginnt. Es gibt also kein Wachstum aller Haare gleichzeitig. Nur durch azyklischen Wachstum ist es möglich, volles Haar zu erhalten.

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